Geschichte

Bettwil wird als Petiwilare erstmals im Jahre 893 in einer Zinsrolle des Fraumünsters Zürich erwähnt. Ein Urbar aus dem 12. Jahrhundert enthält Besitzungen des Klosters Einsiedeln in Bettwil. Ab 1200 war es im Besitze der Herren von Heidegg. 1412 kauften sich die Bettwiler von Heidegg los und stellten sich unter die Herrschaft der Österreicher. Aber bereits 1415 wurde es mit der Eroberung des Aargaus den Eidgenossen untertan und kam als eigenes Amt zu den Freien Ämtern.

Demokratie seit Jahrhunderten

Das kleine Amt Bettwil stand während der Reformationszeit - im Gegensatz zu andern Orten im Freiamt - treu zum angestammten Glauben. Deshalb liess man den Bettwilern ihre „alten Freyheiten und Gerechtigkeiten“. Das Dorf erhielt wegen seiner Standfestigkeit 1547 ein eigenes Dorfrecht. Es war aussergewöhnlich, dass einer Gemeinde das Recht zustand, ohne Beeinflussung von Seiten des Landvogtes, den Untervogt, die vier Richter, die zwei Dorfmeier, zwei Schätzer, den Harschier (Weibel), den Kirchmeier, den Sigristen und die Waisenvögte selbst zu bestimmen. Alle zwei Jahre tagte unter freiem Himmel die Amtsgemeinde, wo in echt demokratischer Weise die Wahlen vor sich gingen.

Stolz auf das Dorfrecht

Die Bettwiler waren auf ihr Recht dermassen stolz, dass sie ihre Gemeindevorsteher auf einer Glasscheibe abbilden liessen. Angefertigt wurde die Scheibe vom bekannten Zürcher Glasmaler Ulrich II Ban. Seine Kunstwerke zieren auch den Kreuzgang des Klosters Wettingen. Bettwils Gesellschaftsscheibe stammt aus dem Jahre 1561 und ist die älteste bekannte, ländliche Gemeindescheibe. Sie ist während der Bürostunden in der Gemeindekanzlei öffentlich zugänglich.

Gesellschaftsscheibe von 1561Die Gesellschaftsscheibe von 1561 stellt die Vorsteher der Gemeinde dar. Um einen runden Tisch sitzen sieben Männer im Freien bei reichlichem Mahle. Eine Frau trägt ihnen in einer hölzernen Kanne den Wein zu. Daneben steht ein Beamter. Er wirft einen Stein auf ein in den Tannen sitzendes Eichhörnchen. Die Frage bleibt offen, ob das Eichhörnchen den Pfarrer von Sarmenstorf (wohin Bettwil kirchgenössig war) darstellt. Meinrad Eichhorn, der von 1560 - 1565 in Sarmenstorf wirkte, zeichnete sich weder durch katholische Glaubenstreue noch durch Sittenreinheit aus.

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Das Wappen von Bettwil

Herkunft und Deutung des Wappens

Die erwähnte Gesellschaftsscheibe von 1561 zeigt unter anderem im Hintergrund eine Gruppe von fünf Tannen, was nach Dr. Reinhold Bosch zweifellos das Wappen des früheren Amtes Bettwil darstellt. 1811 benutzte die Gemeinde, nebst weiteren drei Gemeinden im Kanton Aargau, noch immer das helvetische Munizipalitätssiegel mit Tell und Tellenknabe, jetzt aber mit drei Tannen. Ebenfalls drei Tannen, aber in Blau enthält das Siegel von 1872. 1950 wich der Boden auf Vorschlag des Staatsarchivs einem Dreiberg, und die Schildfarbe Blau wurde durch Weiss ersetzt. Die Tanne ist eine Wappenfigur mit unterschiedlichem Symbolgehalt. Nach mittelalter­licher Auffassung war die immergrüne Tanne ein Sinn­bild für Treue und Beständigkeit, wie es noch heute im bekannten Weihnachtslied «0 Tannenbaum» zum Ausdruck kommt. Die häufig auftretende Dreiergruppe kann aber auch lediglich die waldreiche Umgebung einer Gemeinde kennzeichnen.

 

Siegel von 1811.jpgSiegel 1811 Ovalsiegel mit Tell, TeIlen­knabe und drei Tannen.
Aufschrift: MUNICIPALITET * BETWYL *.
Umschrift: HELVETISCHE REPUBLIK *. Oval, 38:33 mm.

 

 

 

Quelle: Gemeindewappen Kanton Aargau, 1. Ausgabe 2004

Das Logo von Bettwil

Hinter dem Logo von Bettwil steht folgende Vision. Die Gemeinde Bettwil ist eine kleine Landgemeinde mit hoher Lebensqualität für ihre Einwohnerinnen und Einwohner. Sie ist mit 688 m ü. M. die höchstgelegene Gemeinde im Kanton Aargau. Aus diesem originellen Umstand wird der gewollt zweideutige Slogan „top of argovia“ (lat. Kantonsallegorie für den Aargau) verwendet. Top bezieht sich dabei sowohl auf die Lage wie auch auf die Lebensqualität.